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09.05.2019

Stellungnahme des neuköllner AK Mädchenarbeit zum Afd Mädchenkongress

Stellungnahme des Arbeitskreis Mädchenarbeit zur Inanspruchnahme feministischer Mädchenarbeit für rechte und rechtspopulistische Politiken

Als Mitglieder des Arbeitskreises Mädchenarbeit Neukölln und als Fachkräfte der Mädchenarbeit begrüßen wir grundsätzlich das wachsende Interesse und die zunehmende Sensibilisierung für die Themen einer geschlechterreflektierten Kinder- und Jugendarbeit. Wir beobachten mit großer Freude einen Zuwachs an Akteur*innen & Fortbildungsangeboten & Netzwerken/Fachgremien & wissenschaftlicher Forschung in diesem Bereich. Allerdings stellen wir mit Sorge fest, dass die Schlagwörter und Themen unserer Arbeit zunehmend auch von rechten und neurechten Akteur*innen in Anspruch genommen werden. So veranstaltet die AfD am 17. Mai in Berlin einen Mädchenkongress. Anlässlich dieser Veranstaltung halten wir es für dringend notwendig unser Verständnis von Mädchenarbeit im Folgenden kurz darzustellen und uns auf diesem Weg von einer nationalistischen und femorassistischen Mädchenarbeit klar abzugrenzen: Das Selbstverständnis der Mädchenarbeit basiert bis heute auf feministischen Theorien & Praxis. Die Geschichte der Mädchenarbeit ist dabei eng verwoben mit der Geschichte der Frauenbewegung der 70er Jahre. Mädchenarbeit ist somit auch Teil einer durchaus (gesellschafts-)kritischen Bewegung. Bis heute sind Mädchen* und (junge) Frauen* strukturell benachteiligt und dabei oft von Mehrfachdiskriminierung betroffen. Entsprechend sind die Ziele der feministischen Mädchenarbeit, neben der Ermöglichung eines selbstbestimmten Lebens unabhängig von Geschlechterzuschreibungen und entsprechend der individuellen Interessen, das Voranbringen von Geschlechtergerechtigkeit, die Ermöglichung vielfältiger Lebensentwürfe von Frauen* und Familien, die Gleichberechtigung von LSBTI*Lebensweisen. Um diese Ziele zu erreichen halten wir eine intersektionale Perspektive für unumgänglich. Dies bedeutet die Verschränkung und Wechselwirkung von Strukturkategorien, die Ungleichheit schaffen, zu erkennen und zu analysieren. Dazu gehört neben dem Geschlecht auch die Ethnizität, die Klasse, die Nationalität, die Sexualität, die Gesundheit, das Alter und weitere. Diese Kategorien gilt es in der praktischen Arbeit zu berücksichtigen. Unsere praktische Arbeit orientiert sich deshalb an den Leitlinien einer diskriminierungskritischen, und empowermentorientierten Mädchenarbeit. Die Einbeziehung rassistischer, nationalistischer und demokratiefeindlicher Diskurse in die Mädchenarbeit lehnen wir entschieden ab. Dies gilt auch für die Inanspruchnahme der Mädchenarbeit für rechte Politik und Populismus. Denn wir sind überzeugt, dass die Erhöhung von Chancengleichheit, der Schutz vor Gewalt und die „Vervielfältigung“ der Lebensweisen von Mädchen* und jungen Frauen* auf diesem Weg nicht erreicht werden wird. Dies stellen wir fest, auch mit dem Blick auf den Sozialraum Neukölln, in dem wir als Fachkräfte seit vielen Jahren tätig sind. Verfasserinnen: Kathi Schilling, Ella Vickers (Reachina / Outreach) Elisabeth Hell (Schilleria / MaDonna Mädchenkult.Ur e.V)


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